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Strategie gegen Mobbing in der Jugendgruppe

cyber-bullying-122156_640Jeder siebte Jugendliche gibt an, schon einmal Opfer von Mobbing geworden zu sein. Nicht nur Schulen, sondern auch Konfirmanden- und Jugendgruppen sind Orte, an denen gelästert, gedroht und systematisch fertig gemacht wird. Durch die Verbreitung der sozialen Medien haben die Möglichkeiten des Mobbings noch einmal eine neue Dimension erreicht.

Mobbing ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann schwerwiegende seelische Konsequenzen für die betroffenen Jugendlichen haben.

Bekommt man als Gruppenleitender etwas vom Mobbing in der Gruppe mit oder wird von einem der Beteiligten informiert, ist es wichtig erst einmal die Ruhe zu bewahren und sich gut zu überlegen, wie man reagieren soll. Der für viele natürliche Impuls, den oder die vermeintlichen Täter zur Rechenschaft zu ziehen – vielleicht noch vor der versammelten Gruppe – kann den gegenteiligen Effekt haben und das Mobbing noch verstärken.

Ein Ansatz, mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe, ist der sogenannte no blame approach (wörtlich: Ansatz ohne Schuldzuweisung). Ziel ist es, das Mobbing unter den Jugendlichen schnell und nachhaltig zu beenden und dabei ohne Bestrafungen und Schuldzuweisungen auszukommen. Der Fokus dieser lösungsorientierten Vorgehensweise liegt darauf, den betroffenen Jugendlichen zu stärken und zu unterstützen. Methodisch wird eine Unterstützungsgruppe aus anderen Jugendlichen gebildet, die dem Betroffenen helfen und die Situation konstruktiv weiterentwickeln sollen.

Auch wenn dieses Vorgehen ungewöhnlich klingt, lohnt es sich, diesem Ansatz zu folgen. Evaluationen zufolge, kann in über 80% der Fälle das Mobbing beendet werden.

Weitere Informationen:  www.no-blame-approach.de

 

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