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Jugend- und Konfirmandenarbeit verknüpfen mit dem IMPULS-Modell

cobweb-69908_640Eine Konfirmandenarbeit, die Methoden der Jugendarbeit aufgreift und deren Akteure zu Wort kommen lässt, ist für die Konfirmanden ein großer Gewinn. Genau wie eine Jugendarbeit, die die Konfis  im Blick hat und frühzeitig versucht die Jugendlichen in die eigene Arbeit zu integrieren. Um die Verknüpfung beider Arbeitsbereiche zu fördern, ist in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das IMPULS-Modell entstanden:

I          –         Interessierte zusammenholen

M        –          Motivationsanalyse durchführen

P         –          Praxisbeispiele wahrnehmen und weiterentwickeln

U         –          Unvollkommenheiten akzeptieren

L         –          Lustfaktor beachten

S          –          Sorgfältig auswerten

 

I – Interessierte zusammenholen

Erster Schritt auf dem Weg zu einer integrierten Konzeption von Konfirmanden- und Jugendarbeit ist es, alle Interessierten und die für die jeweiligen Arbeitsbereiche Verantwortlichen zusammen zu holen. Dazu gehören auf jeden Fall die für den Konfirmandenunterricht zuständige Pfarrerin und der hauptberufliche Jugendarbeiter, aber auch die in diesen Bereichen engagierte Ehrenamtlichen, Kirchenvorsteherinnen und andere Interessierte, die an der Entwicklung und Umsetzung einer entsprechenden Konzeption mitarbeiten wollen. Ganz wichtig ist es, dass die Gesprächspartner sich auf Augenhöhe begegnen können.

 

M – Motivationsanalyse durchführen

Zur Wahrnehmung der Situation gehört es, eine Motivationsanalyse in zweifacher Hinsicht durchzuführen: Zum einen im Hinblick auf die Konfis: Was ist deren Motivation? Wofür könnten sich die Konfis, die vor Augen stehen, interessieren? Welche Angebote könnten sie ansprechen? Diese Überlegungen können auf der Basis von Vermutungen derjenigen, die mit den Konfis arbeiten, angestellt werden oder es werden wirkliche Befragungen in den Konfirmandengruppen durchgeführt.

Zum anderen sollte die Motivationsanalyse im Hinblick auf die Situation in der Gemeinde und spezieller noch in der Jugendarbeit durchgeführt werden: Wo wollen wir mit unserer Jugendarbeit hin? Was haben wir schon? Was wollen wir noch aufbauen? Und vor allem dann: Wie passt das mit den vermuteten Motivationen der Konfirmanden zusammen?

P – Praxisbeispiele wahrnehmen und weiterentwickeln

Es muss nicht alles neu erfunden werden: Es gibt viele Beispiele „guter Praxis“ – unter anderem hier. An diesen erprobten Modellen kann man sich orientieren und sie dann an die eigene Situation anpassen und weiter entwickeln.

U – Unvollkommenheiten akzeptieren

Keiner kann es allen recht machen. Und es wird auch wohl nicht gelingen, für alle Konfirmanden Brücken in die Jugendarbeit zu bauen bzw. für alle die Barrieren zu beseitigen. Die Jugendlichen sind sehr unterschiedlich. Das was für einen religiös-motivieren Jugendlichen eine Brücke ist, ist für den spaß-motivierten Jugendlichen vielleicht eine Barriere und umgekehrt. Deshalb wird eine Verknüpfungskonzeption wahrscheinlich nicht für alle Konfirmanden einen Zugang zur Jugendarbeit ermöglichen können, sondern sinnvollerweise Schwerpunkte setzen und eine bestimmte Gruppe von Konfirmanden besonders in den Blick nehmen.

L – Lustfaktor beachten

Jugendstudien, Erfolgsfaktoren-Analysen, erprobte Modelle und Checklisten sind das eine. Die Lust und Motivation der Durchführenden das andere. Das beste Verknüpfungsprojekt, das sich nach vielen Analysen herauskristallisiert hat und nun „richtig“ ist, nützt nichts, wenn diejenigen, die es als Verantwortliche umsetzen sollen nicht zu 100% dahinter stehen und eine eigene Lust mitbringen. Und umgekehrt gilt auch: Manchmal funktionieren auch Projekte, die nach aller Theorie von außen betrachtet eigentlich keine Chance haben sollten, weil die Jugendlichen spüren, dass die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden voller Engagement und Motivation dabei sind.

S – Sorgfältig auswerten

Die Verknüpfung von Konfirmanden- und Jugendarbeit ist nicht mit einer einmal erstellten Konzeption abgeschlossen, sondern ein permanenter Prozess. Die gemachten Erfahrungen wollen ausgewertet und für die Arbeit mit der nachfolgenden Generation – die allerdings auch wieder ganz anders sein kann – fruchtbar gemacht werden.

Ausführlichere Infos zur Verknüpfung von Konfirmanden- und Jugendarbeit mit vielen Praxisbeispielen gibt es in der kostenlosen Broschüre gut verknüpft.

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